Empören war gestern... Widerstand ist heute - Flyer Front - 05.05.2012 - PUEBLO CRIMINAL Empören war gestern... Widerstand ist heute - Flyer Back - 05.05.2012 - PUEBLO CRIMINAL

Auf zum antikapitalistischen Tanz!

Die rücksichtslose Ausbeutung der Ressourcen und die gezielte Unterdrückung von unzähligen Menschen weltweit sind nicht Krankheit, sie sind das Lebenselixier des Kapitalismus. Sie stellen den Nährboden dar, der es überhaupt erst ermöglicht, maßlose Wachstumsraten und unermessliche Profitausschöpfung zu erreichen. Die Weltwirtschaftskrisen sind in dieser Logik folgerichtig und nichts weiter als ein regulierender Mechanismus. Die Wirtschaft und die Regierungen sind Teil dieses Systems und kämpfen vehement für dessen Fortbestand, ungeachtet der verheerenden Konsequenzen. Der nächste Kollaps ist vorprogrammiert. Empören ist da längst nicht mehr genug!

Empören war gestern, Widerstand ist heute Eine Regierung ist Dienerin des Volkes und nicht umgekehrt. Als solche hat sie in erster Linie die Interessen der Gesamtbevölkerung zu vertreten. Vielleicht sollte in diesem Zusammenhang mal erwähnt werden, dass schlecht bezahlte Jobs und miese Arbeitsbedingungen trotz Rekordgewinnen, fehlender zahlbarer Wohnraum trotz Bauboom, Steuervergünstigungen für die selbsternannte Elite und der daraus resultierende Sozial- und Bildungsabbau nicht in unserem Interesse sind.

Tagtäglich wird uns vor Augen geführt, wessen Interessen wirklich vertreten werden und welche Abhängigkeiten durch die Neoliberalisierung der letzten Jahrzehnte entstanden sind. Zum Beispiel die Auslagerung der Produktion in Länder ohne arbeitsrechtliche Regelungen und Umweltschutzbestimmungen. Solche Drohgebärden der Konzerne gehören schon längst zum Standardrepertoire. Oder die gigantischen Summen öffentlicher Gelder, die in global agierende Finanzinstitute flossen. Als Folge davon erreicht der Krieg gegen den Sozialstaat eine neue Dimension und die Grundrechte aller werden zum Abschuss freigegeben. Während die Verursacher_innen von Leid und Armut weiterhin daran verdienen.

Die vorangetriebene Deregulierung des Marktes geht dabei einher mit der repressiven Überregulierung des öffentlichen Lebens. Ein Überwachungs- und Sicherheitsstaat wird installiert, welcher orwellsche Fantasien sprengt. Gleichzeitig findet eine Diskriminierung sozial benachteiligter Menschen statt. Flüchtlinge werden pauschal kriminalisiert. Menschen mit Migrationshintergrund werden diffamiert. Diese perfiden Hetzkampagnen produzieren bewusst Ängste, um uns gegeneinander aufzubringen. Wer sich gegen diese Entwicklung wehrt und die Missstände anprangert, wird ebenfalls diffamiert und kriminalisiert. Fakt ist, die politische Stabilität ist in Gefahr, je länger die Würde der Menschen mit Füssen getreten wird!

Individualisierung war gestern, Kollektivität ist heute Es ist erschreckend, mit welcher Gleichgültigkeit die öffentliche Wahrnehmung dieser vernichtenden Entwicklung begegnet. Die Individualisierung im kapitalistischen Sinne hat zur absoluten Entsolidarisierung geführt und ist mitverantwortlich, dass weltweit Millionen von Menschen vertrieben werden, dass Existenznot immense Flüchtlingsströme produziert, und dass die Prekarisierung derart widerstandslos immer mehr Menschen in den Abgrund zieht.

Was wir brauchen ist eine kollektive Wahrnehmung. Eine Wahrnehmung, dass wir als Teil der globalen Zusammenhänge eine Mitverantwortung tragen. Eine Wahrnehmung, dass ein konsumorientiertes Leben und eine stillschweigende Zustimmung die systematische Zerstörung der Lebensräume weltweit schürt. Eine Wahrnehmung, welche ein kollektives Bewusstsein fördert. Ein Bewusstsein, dass wir der Zersetzung der gesellschaftlichen Strukturen nur Einhalt gebieten können, wenn wir uns einmischen und uns kollektiv entgegenstellen. Ein Bewusstsein, aus dem ein selbstverständliches kollektives Handeln wächst. Ein Handeln, das eine Illegalisierung von Menschen nicht zulässt und eine uneingeschränkte Solidarität spürbar macht. Ein Handeln, das der Ausbeutung und Unterdrückung den Kampf erklärt.

Ohne diesem Selbstverständnis einer Kollektivität und einem solidarischen Handeln untereinander, wird es keine Veränderung geben. Hierfür braucht es auch die Bereitschaft, die konstruierten Unterschiede zu hinterfragen und die eigene Rolle im System selbstkritisch zu betrachten.

Kollektivität hat viele Gesichter. Vernetzen wir uns, finden wir Gemeinsamkeiten in der Unterschiedlichkeit, solidarisieren wir uns, organisieren wir uns selbst, unterstützen wir uns gegenseitig. Fordern wir die nachhaltige soziale Gerechtigkeit weltweit!

Für diese Forderung gehen wir am 5. Mai in Luzern auf die Strasse. Stehen wir auf und schreien wir es raus: Kein Morgen dem Kapitalismus! - Auf zum Antikapitalistischen Tanz!

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