Das war wieder einmal sauglatt in den deutschen Landen. Wenn auch nicht gerade viel Zuschauer unseren Gigs beiwohnten, so war die ganze Reise doch sehr lohnenswert!

Ein riesiges Dankeschön nach Düsseldorf und Bochum an die Mike Stone Band und die vorzügliche Gastfreundschaft der (Frau-)Mannschaft im Stiepeler Hof und Rheinzelmännchen.de!

Also man lese MR Jacksons´ (KISS oder Sax) lustigen Reiseraport. Fotos und Clips werden nach gründlicher Zensur folgen:

"Now where to begin? Ah! Concerning Pueblos…

Rekapitulieren wir aus teilnehmender Sicht eines Homo Criminal das schicksalhafte Wochenende, an dem die Schweizer Demokratie ein weiteres Mal weltweit ihre Janusköpfigkeit öffentlich gezeigt hat und ihre Fratze der Ochlokratie aufblitzen liess... Das Gute wird vom Bösen bedroht, die Welt scheint aus den Fugen zu geraten. Während sich diejenigen Stimmberechtigten, die ihr erkämpftes Recht auf Meinungsäusserung wahrgenommen hatten im kuscheligen Wohnzimmer aufhielten und sich über die Ungerechtigkeiten dieser Zeit erfreuten oder entsetzten, war das heldenhafte Pueblo Criminal auf dem Rückweg einer kleinen aber intensiven Konzertreise in das grosse nördliche Nachbarland… Wer hätte mit dem Ausgang dieser Geschichte gerechnet?

Freitagmorgen um 08.00 Uhr war der ordentliche Treffpunkt im sagenumwobenen Studio im Zürcherischen Schwerzenbach, die Gemeinschaft des Frosches fand sich zu den letzten Reisevorbereitungen ein, um das Snare des Verderbens in den Feuern des Stiepelbergs zu zerstören, in denen in Urzeiten die verlorene Schraube im Sand geschmiedet worden war… Durch die verschneite und träumerische Landschaft, vorbei an zahlreichen Schweizer Minaretten, die sich grossartig in Schweizerische Winterlandschaften einschmiegen, wanderte die noch zu bildende Gemeinschaft der Neun aus allen Himmelsrichtungen zum vereinbarten Versammlungsort: vom heldenhaften Hobbit mit Orientierungsschwierigkeiten, über den kräftigen Zwerg, hin zu den moralisch degenerierten Menschen und der galanten Elfe. Gemeinsam sollte der Ausländer ausgeschafft werden.

Bald war der Kreis geschlossen und es wurde entschieden, dass die erste Destination Colonia werden sollte. Unter dem Tempel, in dem der Honig über wohlgeformte Hügel und enge Täler fliesst aus denen Mann gar nicht mehr raus will, wurden die benötigten Maschinen und Instrumente für die Reise bearbeitet. Mit grossem Eifer wurden die beiden treuen Packesel beladen. Da Caradhras im Nebelgebirge aber verschneit war, musste sich die Gemeinschaft unter grössten Gefahren entscheiden und den direkteren aber umso gefährlicheren Weg in das Dorf des Düssels auf sich nehmen… Nachdem die Michael Stein Gruppe als Vortrupp in die erste Schlacht gezogen war, zerstörte die geballte Macht der Neun die gegnerischen Truppen der angreifenden Nazgûl und zog sich bei einer kalten Gerstenschale zurück. Würzig wurde dieses Alte Getränk als lecker befunden…

Nach der verdienten Nachtruhe entschieden sich die Neun, abermals Colonia anzusteuern… Schnell waren die beiden grauen Packesel beladen und in dem grossen Dorf angekommen. Bereits war unklar, wo der Koffer des Verderbens zu finden sein sollte:

Hobbit (marschiert los): I will take the Dwarf to Musicstore. Though... I do not know the way.

Elf: I will help you bear this burden, Hobbit, as long as it is yours to bear.

Ausländer: If, by my life or death, I can protect you, I will. You have my hi hat.

Mensch 1: And you have my guitar.

Dwarf: And my axe guitar.

Mensch 2: You carry the fates of us all, little one. If this is indeed the will of the Council, then Pueblo Criminal will see it done.

Blöderweise wusste der Hobbit den Weg tatsächlich nicht… Er war sich bewusst, dass die Mission nur mit ihm ein erfolgreiches Ende nehmen würde, auch wenn er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnte, welche Herausforderungen noch auf ihn zukommen würden. Hätte er die Führung wohl wissend übernommen? Wohl kaum, aber eine Entscheidung war angebracht… So musste der leicht verführbare Mensch2 mit seinem Wunder-Ei den Weg weisen, da die eingeschlagene Richtung falsch war – wenn auch nur wegen läppischer 180°.

Das Zwischenziel erreicht, kam die Gemeinschaft der Neun bereits ins Wanken. Nicht nur dass Mensch2 sich in den heldenhaften Tod namens Kölsch stürzen würde, die Neun trennten sich… Während die einen mit Bären kämpfend in sagenhafte Gewölbe stiegen, musste entdeckt werden, dass der feindliche Koffer sich bereits zurückgezogen hatte und an seiner Lagerstätte die Flucht plante. Trotz längerer Wartezeiten wurde aber auch dieses Problem gelöst und vereint zog die Gemeinschaft des Frosches aufs Land um die Rohirrim/Pferdeherren bei ihrer Schlacht gegen die Truppen aus Stiepel zu unterstützen.

In diesem Stadium hatte die Gemeinschaft noch nicht realisiert, dass die Schraube, für deren Zerstörung sie ausgezogen war, bereits an dieser Stelle vernichtet werden würde… Auch wenn es der Hobbit war, der den letzten Aufstieg alleine unter grösster Anstrengung bewältigt hatte, so war es ihm nicht gegönnt, als letzter die Schraube zu berühren… Es war der giftige Ausländer mit merkwürdiger Aussprache, der samt Schraube in die Tiefen stürzte und so die Erde von dem Bösen zu befreien schien…

Das hatte der Hobbit zumindest gehofft…

Nach der Nachtlaute in den eingerichteten Zeltlagern wurden die beiden grauen treuen Packtiere ein letztes Mal beladen und auf ihren Heimweg geschickt. Das eckigere der heutzutage meist runden Tiere lahmte bereits bei der ersten Geraden, als sein linkes Hinterbein zu vibrieren schien. Oder kam es aus dem Maul des Gauls? Zu stinken schien es jedenfalls nicht… Doch bald sollte dieses Problem vergessen sein…

Nach den ersten hundert Meilen durch Pottsche Landschaften, während derer die Vorlieben der Zwerge, Menschen und Ausländer bei der Nahrungsmittelsuche diskutiert werden mussten - für den Hobbit viel zu kompliziert – sollte das Unfassbare Wirklichkeit werden. Der eckige Packesel verlor abrupt auf einer leichten Steigung nach einer Rechtskurve seine Leistungsfähigkeit. Nur mit dem letzten Schwung schaffte er es zu einer provisorischen Futterstelle (einen Futterstreifen gab es genau auf diesem Trampelpfadabschnitt natürlich nicht). Da auch sämtliche Lämpchen am Armaturenhals des Esels aufleuchteten war klar, dass alles gut werden würde. Oder auch nicht. Der Esel schien eingeschlafen. Er bewegte sich kaum noch. Da! Was war dies? Ein Knurren?! Oder war es Einbildung? Schnell wurde das Maul geöffnet, um den Gesundheitszustand des doch schon älteren Tieres zu beurteilen. Auch wenn man nichts erkennen konnte, hatte man erkannt, dass man sich wohl eingestehen musste, dass man den Esel nicht sofort würde belasten können. Wo war die Elfe mit ihren heilenden Kräften? Wo war der Ausländer? Hatten wir den schon ausgeschafft? Wieso sollte der überhaupt ausgeschafft werden? Das Kingsfoil, auch bekannt als Athelas, am Wegrand schien zu schwach. Futter hatte der störrische Esel doch eigentlich genug bekommen.

Nach einigen Abklärungen war entschieden, dass man nicht über die Versicherung, sondern über den Eselhersteller Hilfe organisieren würde. Bei einem chilligen Faktor, der die Minustemperaturen noch angenehmer erscheinen liess, wurde auf ein Pferd gewartet, welches den Esel huckepack nehmen würde… Während die Mannschaft sich aufteilte (Boden Wässern und dabei tänzelnd die Beine warm halten, hüpfende Singübungen im Schnee, Zigaretten in der kühlen Biese geniessen, aufgrund Mitleid mit dem Esel und Befürchtungen um das sofortige Dahinscheiden des Tieres die Fassung verlieren) wurde klar, dass die zweite Kompanie alleine weiterziehen würde. So viel Gepäck und so viel geballte Männlichkeit hätte der zweite Esel nicht bewältigen können… Ein Esel ist schliesslich auch nur ein Einhufer.

Als dann endlich das Abschlepppferd angaloppiert kam, wurden die durchgefrorenen Glieder wieder aufgewärmt. Zu viert neben dem Abschleppreiter auf einem Pferd, da wird menschliche Wärme spürbar – ob dies auch beim Ausschaffen der Fall ist?

Schnell war die Vermutung angestellt, dass es sich bei dem alten Esel um ein klassisches Problem handeln könnte – sicher ist man sich bis heute nicht… Jedenfalls wurde nach einiger Gewaltanwendung an der Haferleitung im Maul des Gauls erkannt, dass die Haferpumpe keinen Hafer zu liefern schien. Keinen Tropfen Hafer… Der Hafertank hingegen war dank guter Fütterung voll.

Nach einigem Hin und Her zwischen Eselinhaber, Eselhersteller, Eselbesitzer, Eselvermietern, Eselorganisatoren und Eseln war offensichtlich, dass nichts offensichtlich sein würde. Die Eselhersteller schlugen den Reitern vor, vor Ort zu nächtigen oder per Zugtier zu reisen, was aufgrund der mitgeführten Waffen und der Lokalität am Arsch der Welt nicht praktikabel war. Nach Insistieren des Eselreiters wurde uns dann aber doch noch ein Ersatzesel versprochen – freilich auf eigene Gefahr mit Sommerhufeisen beschlagen. Schnell war man sich einig, dass man diesen jungen Ersatzesel einreiten würde… Problemlos wurde ein Eselunternehmen gefunden, welches die mutigen Männer zur Eselvermietung bringen würde, wo auch tatsächlich ein Esel auf uns wartete, der grösser als erwartet war:

IIIIIIIAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHH!"

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